Trotz fehlender Kinder: Bönener Sternsinger sammeln über 16000 Euro für Indien

Gruppenbild vom Schlussgottesdienst: Die Kinder waren erstmalig im Namen der Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren unterwegs. © Volkmer

Bönen – Viele Kilometer haben die knapp 70 Sternsinger der Pfarrgemeinde St. Barbara Bönen und Heeren in den vergangenen Tagen hinter sich gebracht. Der Einsatz hat sich gelohnt, denn bis gestern sind rund 16 500 Euro für das Projekt „Lernunterstützung für Schüler aus armen Verhältnissen“ gesammelt worden.

„Es ist wichtig, die Augen offen zu halten für Menschen, denen es nicht so gut wie uns geht“, sagte Pfarrer Benno Heimbrodt beim Abschlussgottesdienst am Sonntag. Er lobte den Einsatz der „stillen Helden“, also der beteiligten Kinder, Eltern, Betreuer und Gruppen-Organisatoren.

„Wir merken, dass es immer schwieriger wird, Kinder und Eltern zum Mitmachen zu bewegen, umso dankbarer sind wir, dass Ihr euch wieder durch Wind und Wetter geschlagen habt“, so der Geistliche. Für den Bereich Altenbögge und Nordbögge organisierte Waltraud Brunialti die Aktion. Hier engagierten sich 26 Kinder.

Nicht alle Haushalte haben Besuch bekommen

„Wir haben leider nicht alle Bereiche geschafft, weil wir wieder nicht genug Kinder zusammenbekommen haben“, bedauert die langjährige Unterstützerin der Sternsingeraktion. Schon im Vorjahr gingen einige Haushalte leer aus.

„Die Bereitschaft, dabei mitzumachen, geht immer mehr zurück. Auch die Werbung in den Schulen hat in diesem Jahr nicht viel gebracht. Dabei sind Kinder, die einmal dabei gewesen sind, im nächsten Jahr meistens wieder mit dabei“, so Brunialti. Im Bereich der Pfarrgemeinde Christ-König kümmerten sich Birgit Winkler, Dagmar Lemke und Brigitte Wiesner um die Koordination.

„Die Kinder waren trotz des schlechten Wetters erstaunlich gut gelaunt und haben auch uns damit bei Laune gehalten“, schildert Lemke die Stimmung in ihrer Gruppe – trotz Regen. Trotzdem ist es auch hier nicht gelungen, alle Haushalte zu besuchen. „Wir sind ja auch in Lenningsen unterwegs gewesen: Wenn man da den ganzen Tag gelaufen ist, kann man nicht eben noch einen Bereich dranhängen“, erklärte Winkler.

Das Trio freute sich, dass auch einige Neuzugänge mitgelaufen sind. „Die waren teilweise erst vier oder fünf Jahre alt, aber weil die Eltern auch mitgegangen sind, haben sich die ganz Kleinen tapfer geschlagen“, so Winkler weiter. Die Erfolgsquote der Spendensammler mit funkelnden Kronen und königlichen Gewändern sei aber in diesem Jahr sehr gut gewesen.

„Alle, die uns die Tür aufgemacht haben, haben auch gespendet“, fasst Lemke ihre Erfahrungen zusammen. Oftmals wird der Besuch sogar sehnlichst erwartet. „Es kommt vor, dass vor allen Dingen ältere Menschen vor Rührung weinen“, beschreibt Wiesner. Beim Schlussgottesdienst waren gestern zwar nicht alle beteiligten Kinder dabei, die Anwesenden jedoch berichteten mit einem Strahlen von ihren Erlebnissen.

„Besonderes Glücksgefühl“

„Das ist ein besonderes Glücksgefühl, wenn man trotz eines anstrengenden Tages weiß, dass man etwas für Jugendliche in Indien getan hat“, fasst Heimbrodt zusammen. Wie berichtet, unterstützen die Spenden Schüler aus armen Verhältnissen in Indien. Möglich ist die direkte Unterstützung durch einen entsprechenden Antrag des Pastoralverbundes beim Kindermissionswerk in Aachen. „Das Projekt möchte jungen Menschen helfen, ein menschenwürdiges und erfülltes Leben führen zu können, in einer Region, die mit vielfältigen sozialen Problemen zu kämpfen hat“, erklärte Martin Otto vom Verein „Hilfe für Kinder in Chatterhat“, der gestern statt einer Predigt von den Fortschritten der Hilfe in Nordindien berichtete.

Das bisherige Ergebnis der Sternsinger, die erstmalig im Namen der Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren unterwegs waren, kann in den kommenden Tagen noch verbessert werden, denn Familien, die nicht von den Sternsingern angetroffen wurden und noch etwas spenden möchten, können ihre Spenden im Pfarrbüro abgeben. Hier erhalten sie dann auch die gesegneten Aufkleber.

Autor
Christoph Volkmer – WA
Quelle: wa.de / Lokales Bönen

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