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Mehr Internet für Nordbögge: Helinet prüft, was im Einzelfall noch drin ist

Mit einem individuellen Technik-Check auf Anfrage will die Helinet GmbH der teils murrenden Kundschaft in Nordbögge zu besseren Internetanschlüssen verhelfen. Das ist bloß nicht überall möglich. 

Bönen – Der Telefon- und Internetanbieter Helinet mag sich nicht länger wegen der Unzulänglichkeiten bei den Internetanschlüssen in Nordbögge verbal durchs Dorf treiben lassen. In der Versammlung der Dorffreunde zu den teils schwachen Verbindungen und wiederkehrenden Ausfällen im Netz ist Geschäftsführer Dr. Thomas Vollert einen Schritt auf die Kundschaft zugegangen, um in einem Kompromiss einen Burgfrieden zu schließen.

Langes Warten auf Glasfaser

Eine zeitgemäße Breitbandversorgung kann es erst geben, wenn nach Plan der Glasfaserausbau in Regie des kommunalen Eigenbetriebs für Bönen, Bergkamen und Kamen in 2024 gelingt, wie Walter Kärger und Simone Reichert den gut 60 Zuhörern am Montag im Bonhoeffer-Haus deutlich machten. Die Vertreter des Betriebs mühten sich redlich, die vertrackten, Jahre verschlingenden Abläufe zwischen der komplizierten Bundesförderung, den EU-weiten Auftragsvergaben und den Planungsschritten zu erläutern, ernteten aber nur Kopfschütteln. Zumal, wie berichtet, mit der Beanstandung und Neuvergabe der nun laufenden Feinnetzplanung ein ganzes Jahr verloren gegangen ist.

„Wir verstehen sie absolut“, betonte Kärger angesichts der schon vertrauten ungläubigen Reaktionen der Bürger. „Mit logischem Menschenverstand hat das nichts zu tun. Aber uns sind durch diese Richtlinien die Hände gebunden.“ Weil die marktbeherrschenden Konzerne diese Flecken als nicht lukrativ links liegen lassen, lässt sich bedarfsgerechter Digitalstandard nur auf dem vom Steuerzahler finanzierten Umweg schaffen.

Tücke der „letzten Meile“

Kurzum: Solange der 2016 mit 14,9 Millionen Euro kalkulierte DSL-Ausbau – nach Kärgers Worten für den Betrag schon nicht mehr zu machen – nicht steht, müssen sich die Nordbögger, wie etliche Einwohner der drei Kommunen, arrangieren: Mit dem nämlich, was in der Kombination von leistungsfähiger Glasfaser bis zu den Verteilerkästen und der berüchtigten „letzten Meile“ im alten Kupferdrahtnetz der Telekom technisch machbar ist.

Und da liegt die nächste Kuriosität, die nach den Ausführungen von Dr. Vollert nicht aufzulösen und schwer nachzuvollziehen ist: Selbst direkte Nachbarn können mit unterschiedlichen Kapazitäten der Anschlüsse entweder gesegnet oder geschlagen sein, weil es selbst in einer Straße verschiedene Leitungen mit teils erheblich abweichenden Anschlusslängen gibt. Und die sind maßgeblich dafür, was am Ende ankommt.

Schon 2018 auf dem Holzweg

„So etwas wie hier in Nordbögge habe ich mein ganzes Berufsleben noch nicht gesehen“, sagte der Helinet-Chef als er beschrieb, wie auch das Unternehmen in Abhängigkeiten gefangen sei. „Normalerweise hätte man das Projekt damals gar nicht angehen sollen“, blickte er auf die 2018 flächendeckend gescheiterte Kampagne in Verantwortung seines Vorgängers. „Wäre ich da gewesen, hätte ich es abgelehnt.“

Quelle: wa-online.de

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