Die B63n
Aktueller Stand, Hintergründe und Entwicklungen – Informationsseite für Nordbögge · Stand: 27. Oktober 2026
Was ist bei der B63n geplant? Welche Auswirkungen werden für Nordbögge diskutiert? Und was bedeutet die jüngste Entscheidung des Bönener Gemeinderats? Diese Seite bündelt die bisherigen Entwicklungen, ordnet unterschiedliche Aussagen ein und verlinkt die weiterführenden Quellen.
Das Wichtigste vorweg
Bönen hat seine bisherigen Unterstützungsbeschlüsse zurückgenommen. Der Gemeinderat hob am 15. Oktober 2026 einstimmig die beiden Beschlüsse aus dem Jahr 2007 auf. Eine mögliche künftige Unterstützung ist an eine abgestimmte Gesamtplanung bis zur A2 und eine für Bönen verträgliche Verkehrsführung gebunden.
Die B63n ist damit nicht gestoppt. Straßen.NRW erklärte gegenüber dem WA, dass der Planungsauftrag des Bundes unabhängig von einer kommunalen Entscheidung weiterbesteht.
Die Autobahnanschlussstelle rückt stärker in den Mittelpunkt. Nach den im Oktober vorgestellten Angaben von Straßen.NRW müssen ihre Leistungsfähigkeit und mögliche Anpassungen im Zusammenhang mit der B63n untersucht werden. Eine fertige Lösung wurde in den ausgewerteten Berichten noch nicht vorgestellt.
Worum geht es bei der B63n?
Die B63n ist eine geplante neue Bundesstraße zwischen Hamm und Bönen. Sie soll unter anderem bestehende Ortsdurchfahrten entlasten und die Verkehrsanbindung des geplanten Multi Hub Westfalen verbessern. Für Nordbögge ist insbesondere die vorgesehene Verbindung zur Pelkumer Straße und zur A2-Anschlussstelle Bönen von Bedeutung.
Nach Angaben von Straßen.NRW, über die der WA am 13. Oktober berichtete, befindet sich das rund 9,4 Kilometer lange Vorhaben in der Vorplanung. Dabei werden Trassenvarianten und die Gestaltung des Anschlussbereichs bei Bönen untersucht.
Warum gibt es in Nordbögge Kritik?
Im Mittelpunkt stehen die befürchteten zusätzlichen Belastungen durch Verkehr, Lärm und Schadstoffe sowie die bereits angespannte Situation am Autobahnanschluss. Der Arbeitskreis für Lärm- und Schadstoffimmissionsschutz und die Dorffreunde Nordbögge haben sich gegen die Planung in ihrer bisherigen Form positioniert.
Ein wesentlicher Einwand: Die Voraussetzungen hätten sich seit der ursprünglichen Zustimmung von 2007 verändert. In der Diskussion werden unter anderem die Entwicklung des Inlogparcs, der Multi Hub und weitere regionale Verkehrsprojekte genannt. Gefordert wird deshalb eine Gesamtbetrachtung statt einer isolierten Straßenplanung. Die genannten Belastungen sind dabei als Kritik und Befürchtungen der Beteiligten von abschließend nachgewiesenen Auswirkungen zu unterscheiden.
Was ist bisher passiert?
April und Mai 2026: Beteiligung und Informationsveranstaltung
Am 23. April schuf der Gemeinderat die Voraussetzungen für einen kommunalen Arbeitskreis B63n. Vorgesehen sind Vertretungen aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft; auch die Dorffreunde Nordbögge und der bestehende Arbeitskreis für Lärm- und Schadstoffimmissionsschutz sind berücksichtigt. (Mitteilung der Gemeinde zur Einrichtung des Arbeitskreises)
Bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der Dorffreunde und des Arbeitskreises am 8. Mai im Bonhoeffer-Haus kamen rund 100 Interessierte zusammen. Besprochen wurden Planungsstand, Verkehrsprognosen und mögliche Schritte gegen die damalige Planung. Dazu gehörten die Forderung nach Aufhebung der alten Ratsbeschlüsse und die Diskussion möglicher rechtlicher Schritte. Über eine tatsächlich eingereichte Klage berichtet diese Quelle nicht.
Juli 2026: Kommunaler Arbeitskreis nimmt seine Arbeit auf
Bei der konstituierenden Sitzung am 13. Juli wurde Dirk Wilke zum Vorsitzenden und Elisabeth Frieling zur Stellvertreterin gewählt. Das Gremium soll Bürger, Verwaltung und Politik zusammenbringen und sich mit Alternativen befassen. Der kommunale Arbeitskreis B63n ist vom bereits bestehenden Arbeitskreis für Lärm- und Schadstoffimmissionsschutz zu unterscheiden.
Anfang Oktober 2026: Ausschuss empfiehlt Rücknahme der Unterstützung
Der Ausschuss für Planen, Bauen, Umwelt und Klimaschutz empfahl einstimmig, die bisherigen Beschlüsse aufzuheben. Vorausgegangen war auch eine Bürgeranregung des Arbeitskreises für Lärm- und Schadstoffimmissionsschutz.
8. und 9. Oktober 2026: Klarstellung – kein automatischer Planungsstopp
Straßen.NRW verwies auf die Einstufung im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Vorhaben des vordringlichen Bedarfs und erklärte, weiterzuplanen. Bürgermeister Nils Böckmann stellte seinerseits klar, dass es nicht um eine grundsätzliche Ablehnung gehe, sondern um eine verkehrstechnische Gesamtbetrachtung.
12. Oktober 2026: Neue Angaben zur Verkehrsbelastung
Beim IHK-Wirtschaftsgespräch erläuterte Straßen.NRW, dass ein neues Verkehrsgutachten erarbeitet werde. Der WA nennt für den betrachteten Bereich am A2-Anschluss einen heutigen Vergleichswert von rund 7.300 Fahrzeugen täglich und einen Prognosewert von etwa 16.800 Fahrzeugen. Diese Zahlen dürfen nicht pauschal auf sämtliche Straßen Nordbögges übertragen werden. Als mögliche Maßnahme wurde eine Verbreiterung des Autobahnzubringers angesprochen – nicht als bereits feststehende Lösung.
15. Oktober 2026: Gemeinderat hebt alte Beschlüsse auf
Der Rat hob einstimmig die Beschlüsse 479 und 489 aus dem Jahr 2007 auf. Eine erneute Unterstützung setzt nach dem neuen Beschluss eine abgestimmte Gesamtplanung zwischen der L664 und der A2 sowie eine verträgliche Verkehrsführung für Bönen voraus. Das ist eine Rücknahme der bisherigen Unterstützung, aber kein endgültiges Aus für das Bundesprojekt.
Welche Fragen bleiben offen?
Aus den ausgewerteten Berichten ergeben sich insbesondere folgende Punkte:
- Wie soll der zusätzliche Verkehr sicher bis auf die A2 geführt werden?
- Welche konkrete Lösung wird für die Anschlussstelle vorgeschlagen?
- Welche Trassenvariante wird weiterverfolgt?
- Welche Belastungen und Entlastungen ergeben sich für einzelne Straßen und Wohnbereiche?
- Welche Alternativen werden untersucht und wie werden sie bewertet?
Diskutiert werden unter anderem Verbesserungen im bestehenden Straßennetz, Verkehrsvermeidung, ein zusätzlicher Autobahnanschluss im Bereich des Inlogparcs und die sogenannte Nullvariante, also der Verzicht auf den Neubau. Dabei handelt es sich um diskutierte Möglichkeiten, nicht um beschlossene Ersatzlösungen.
Aktualisierungen und weiterführende Unterlagen
Diese Seite ist als fortlaufende Informationssammlung angelegt. Neue Beschlüsse, veröffentlichte Gutachten, Veranstaltungstermine und Änderungen der Planung sollen mit Datum ergänzt werden.
Öffentliche Sitzungsvorlagen, Protokolle und Beschlüsse sind über das Ratsinformationssystem der Gemeinde Bönen zugänglich (boenen.de).
Quellenhinweis: Die Zusammenfassung beruht auf den verlinkten Presseberichten und öffentlichen Gemeindeinformationen. Aussagen von Projektträgern, kommunale Entscheidungen und Einwände aus der Bürgerschaft werden getrennt dargestellt. Für Einzelheiten und den jeweiligen damaligen Informationsstand sind die Originalquellen maßgeblich.